Euro-Existenz haengt am seidenen Faden Spaniens

Spaniens konservative Regierung hat neue Plaene zu oeffentlichen Einsparungen in Hoehe von 27 Milliarden Euro bekannt gemacht, um das Staatliche Budgetdefizit zu senken. Dadurch sollen internationale Bondinvestoren davon ueberzeugt werden, dass das Land in der Zukunft keinen Bailout durch die Europaeische Union und den Internationalen Waehrungsfonds benoetigen wird. Im Allgemeinen herrscht jedoch grosser Skeptizismus, dass Spanien seine Ziele erreichen wird. Letztendlich koennte die weitere Existenz des Euros am seidenen Faden eines spanischen Bailouts haengen.

Die heute bekannt gegebenen Massnahmen beinhalten weitreichende Ausgabekuerzungen im oeffentlichen Sektor und Steueranhebungen im Unternehmenssektor. Zu einer Erhoehung der Mehrwertsteuer wird es jedoch nicht kommen, was im Vorfeld der Bekanntgabe allgemein erwartet worden ist. Finanzminister Montoro teilte mit, dass der Budgetplan der Regierung die hoechste Defizitreduzierung vorsehe, seitdem Spanien nach dem Tod von Diktator General Franco im Jahr 1977 wieder zu einem demokratischen System zurueckkehrte. Spaniens Regierung verabschiedet weitere Massnahmen, um ihre ausstehenden Schulden selbst in Zeiten einer Rezession zu senken. Das Land leidet unter einer drastischen Arbeitslosigkeit, der auf Basis offizieller Angeben nahezu jeder vierte Einwohner zum Opfer gefallen ist. Eine Mehrheit der Bondinvestoren zeigt sich trotzdem skeptisch, dass Spanien um das Ersuchen eines Bailouts nach Art von Griechenland, Irland oder Portugal herumkommen wird.

Die zukuenftige Existenz des Euro haengt stark von der weiteren Entwicklung in Spanien ab, da ein potenzieller Bailout des Landes die durch die EU bereit gestellten Finanzmittel stark in Mitleidenschaft ziehen wuerde. Laut der Kuerzungsplaene sollen die einzelnen Ministerien in 2012 rund 17% zu den beschlossenen Einsparungen beitragen, indem die Loehne und Gehaelter im staatlichen Sektor eingefroren werden.

Die Ausgaben der Regierung sollen darueber hinaus um 14 Milliarden Euro gesenkt werden. Die Bekanntgabe der neuen Einsparplaene erfolgte nur einen Tag nach dem Generalstreik, der das Land nahezu lahmlegte, und der sich vor allem gegen die beschlossenen Reformen richtete, die es spanischen Unternehmen einfacher machen werden, sich von Mitarbeitern zu trennen.

Grossunternehmen werden zukuenftig staerker besteuert, indem die Regierung Steuerschlupfloecher schliesst. In diesem Kontext koennen bestimmte Ausgaben zukuenftig nicht mehr von der Steuer in Abzug gebracht werden. Im Rahmen der bereits im Dezember 2011 beschlossenen Ausgabekuerzungen erhoehte die Regierung unter anderem die Einkommens- und Immobiliensteuern. Diesmal treffen die Einsparung den Sektor der Grossunternehmen weitaus staerker als den Arbeitnehmersektor.

Beobachter zeigten sich allerdings nicht sonderlich beeindruckt von den Neuerungen, da die grosse Mehrheit der Unternehmen kleine und mittelgrosse Firmen mit weniger als 50 Angestellten darstellen, die durch die Steuerreformen nicht tangiert werden. Was den Bondinvestoren die groessten Sorgen bereitet ist der – trotz verabschiedeter Sparprogramme – drastische Anstieg der oeffentlichen Verschuldung in den letzten Monaten. Experten gegebn sich ueberzeugt, dass die Probleme Spaniens durch Sparen nicht geloest, sondern verschlimmert werden, da die Steuereinnahmen der Regierung aufgrund der sinkenden Ausgabebereitschaft der privaten Verbraucher bei gleichzeitig ruecklaeufigen Investitionen der Unternehmen weiter einbrechen werden.

Post Author: Alexander