Freddie Mac fährt in Q1 Nettoverlust von $1,2 Milliarden ein – hält erneut Hand auf

Es ist nicht so, dass man sich nicht schon seit langer Zeit an die Bettelei um die Gelder der Steuerzahler durch die großen Hypothekenagenturen Fannie Mae und Freddie Mac gewöhnt hätte. So verwundert es kaum, dass Freddie Mac das Finanzministerium erneut um $19 Millionen an Soforthilfe ersucht, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal einen Nettoverlust von $1,2 Milliarden oder 38 Cents pro Aktie einfuhr. Bis dato gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass sich das schwarze Finanzloch im Bauch der beiden Häusergiganten irgendwann einmal schließen wird.

Das Finanzloch im Bauch von Fannie Mae und Freddie Mac scheint unendlich tief zu sein

Nachdem Freddie Mac im vierten Quartal 2011 Soforthilfen der US-Regierung in Höhe von $146 Millionen abrief, reduzierte sich dieser Betrag im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zumindest auf etwas mehr als ein Zehntel. Das im Bundesstaat Virginia ansässige Unternehmen – neben Fannie Mae und der Federal Housing Agency – eine der Hauptstützen der amerikanischen Immobilienmärkte, fuhr im ersten Quartal abermals einen hohen Nettoverlust ein, der sich auf $1,2 Milliarden summierte.

Im Vergleich mit dem ersten Quartal 2011 kletterte der Nettoverlust des Unternehmens, der damals bei $929 Millionen lag. Seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 haben die beiden Häuseragenturen den amerikanischen Steuerzahlern wahrlich tief in die Tasche gegriffen. Die bis dato erhaltenen Rettungshilfen durch das Finanzministerium summieren sich zusammen auf $170 Milliarden (!). Wie die US-Regierung vor Kurzem bekannt gab, dürfte dies allerdings noch lange nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein. Bis Ende des Jahres 2014 könnte nochmals ein durch die Steuerzahler aufzubringender Betrag in Höhe von zusätzlichen $200 Milliarden anfallen. Wenigstens sind im Nettoverlust für das erste Quartal an das Finanzministerium getätigte Dividendenzahlungen in Höhe von $1,8 Milliarden enthalten, so dass wenigstens ein Teil der Bailoutgelder zurückfließt.

Freddie Mac machen auch weiterhin die in den Jahren 2005 bis 2008 vergebenen Hypothekenkredite an den privaten Häusermärkten zu schaffen, die für rund 90% der im ersten Quartal angefallenen Verluste verantwortlich zeichneten. Der US-Regierung blieb im Angesicht der globalen Finanzkrise nichts anderes übrig als die beiden Hypothekenagenturen zu verstaatlichen. Beide Unternehmen garantieren nämlich mehr als die Hälfte aller Hypothekenkredite in den USA, die sich auf insgesamt $5 Billionen belaufen.

Positiv ist, dass die US-Regierung demnächst eine Obergrenze von $500.000 im Hinblick auf die Jahresgehälter der Vorstände von Freddie Mac und Fannie Mae einführen wird. Auf Druck des US-Kongresses werden auch jedwede Jahresboni für alle Beschäftigten der beiden Firmen gestrichen, was längst schon hätte der Fall sein müssen, wenn man bedenkt, dass die beiden Unternehmen ohne die Hilfsgelder der Steuerzahler lange schon über den Jordan wären.

Post Author: Alexander