US-Hypothekenzinsen folgen Treasury-Märkten

Im Angesicht steigender Zinsen an den Treasury-Märkten sind in der Vorwoche auch die amerikanischen Hypothekenzinsen auf ihr höchstes Niveau in diesem Jahr geklettert. Die Kreditgeber haben ihre Hypothekenzinsen nahezu jeden Tag an die Entwicklung angepasst, womit neue Probleme auf die US-Immobilienmärkte zukommen könnten. Entsprechend stark erweisen sich auch die aktuellen Abweichungen der Zinsraten zwischen den einzelnen Instituten. Die günstigsten festverzinslichen Hypotheken mit einer Laufzeit von 30 Jahren weisen zurzeit einen Zinssatz von 4,0% bis 4,12% auf. Dies dürfte nicht mehr lange so bleiben, da die Kreditkosten für die meisten Banken höher liegen.

Hypothekennehmer, die refinanzieren wollen, befinden sich momentan in einer schwierigen Lage

Selbst die günstigsten festverzinslichen Hypotheken weisen derzeit einen Zinssatz auf, den man seit mehreren Monaten nicht mehr gesehen hat. Auf den momentanen Niveaus könnte der Anstieg noch ein wenig weitergehen, bevor die Zinsentwicklung unter technischen Gesichtspunkten auf ersten hartnäckigen Widerstand stößt. Sollte dieser Widerstand nach oben durchbrochen werden, dürften die Hypothekenzinsen weiter zulegen, was definitiv zu neuen Problemen an den gebeutelten Immobilienmärkten in den Vereinigten Staaten führen wird.

Es macht den Anschein, als ob die Volatilität in Bezug auf die Zinsentwicklung an den Hypothekenmärkten im Vergleich mit den letzten Monaten deutlich am Steigen ist. Ein gutes Zeichen ist dies sicher nicht. Vor allem Hypothekennehmer, deren Hypothekenschulden ohnehin bereits höher sind als der aktuelle Wert ihrer Häuser dürften unter zusätzlichen Druck geraten.

Die wieder stark nach oben tendierenden Zwangsversteigerungen und gleichzeitigen Wiederinbesitznahmen von Häusern durch die Banken werden dann noch drastischer zulegen. Ob sich der Zinsanstieg an den US-Bondmärkten fortsetzen wird, muss abgewartet werden. Wie oben beschrieben, stehen die Zinsen in den meisten Bereichen vor wichtigen technischen Hürden, die es erst einmal zu durchbrechen gilt. Sorgen macht Beobachtern jedoch, mit welcher Leichtigkeit die Zinsen auf richtungweisende 10-jährige Staatsanleihen in der Vorwoche kletterten und dabei die 200-Tage-Linie von unten durchbrachen.

Da die meisten Hypothekenzinsen an die Entwicklung der 10-jährigen Schatzanleihe gekoppelt sind, könnte sich der seit Tagen zu beobachtende Uptick durchaus fortsetzen. Vor allem für Hausbesitzer, die momentan darüber nachdenken, ihre Hypothek zu einem neuen Zinssatz zu refinanzieren, wird die Entscheidung im jetzigen Umfeld immer schwieriger. Vielleicht könnte die Devise bald lauten, dass diejenigen, die zu lange zögern, nur noch die Rücklichter weiter nach oben schnellender Hypothekenzinsen sehen werden.

Post Author: Alexander